| Der “grasping” (to grasp=greifen auf Englisch) oder Greifreflex wird als einer der sogenannten “primitiven”oder “regressiven” Reflexen. Andere pathologische Reflexe vom selben Typ sind der Saugreflex, der Glabellarreflex, der palomentale und der pollicomentale Reflex.
Diese pathophysiologischen Reflexe sind komplex und lassen sich nicht durch Änderung eines monosynaptischen medullären Bogens hervorrufen. Die Interpretation dieser Reflexe ist schwierig, da einige von ihnen auch bei Gesunden gesehen werden können oder nur mit einzelnen Krankheitsanzeichen auftreten können. Der Greifreflex ist jedoch immer ein pathologischer Reflex mit frontaler Beeinträchtigung, der eigentlich immer schwerwiegend und nicht in bei Gesunden oder nur leicht Kranken anzutreffen ist.
Um dies zu untersuchen, wird die Handfläche leicht in einem rechten Winkel von der Hand des Untersuchers berührt und vom Handgelenk in Richtung der Finger bewegt. Die pathologische Antwort ist der Griff nach der Hand des Untersuchenden.
Im Video wird die normale Antwort der rechten Hand gezeigt (der Patient ist reaktionslos und man erkennt eine Hypotonie der Hand) und die pathologische Antwort nach Stimulation der linken Hand.
Im präsentierten Fall geht es um die Folgeeinerscheinungen nach einer Meningitis durch Listeria monocytogenes, die einen tetraventriculären Hydrocephalus und ausgeprägte, schwere Läsionen im Gehirn verursacht hat. Die ausgeprägten, bilateralen frontalen Läsionen können in den Bildern 1 und 2 gesehen und mit dem Cortex eines normalen CT (Bild 3) verglichen werden.
Für mehr Informationen und Fragen bezüglich der Listeriose siehe das “Bild des Monats” von Dezember 2007.
Autor:
Juan Ignacio
Pérez Calvo
Servicio de Medicina Interna
Hospital Clínico Universitario
Zaragoza
Übersetzung: Sandra Diefenbach
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