| 49jähriger
Patient mit einem Pulmonalabszess und einem inferioren
Myokardinfarkt fünf Monate vor Aufnahme.
Einen Monat vor Aufnahme hatte der Patient eine
synkopale Episode und eine Woche davor das Bild
einer psychotischen Episode. Bei Aufnahme zeigte
der Patient Desorientierung, Fluktuation des Bewusstseinszustands,
Fieber und eine Monoparese der rechten oberen
Extremität. Die Lumbalpunktion zeite nicht
mehr als eine diskrete Eiweißerhöhung.
Im MR sieht man disseminierte hyperintense Läsionen
im Gehirn (Bild 1).
Der Patient zeigte eine gegenüber konventioneller
Therapie refraktäre Epilepsie mit wiederholten
fokalen Krisen, einem Status Epilepticus und häufigen
halluzinatorischen Krisen, die von sehr lebhaften
sensorischen Wahrnehmungen begleitet wurden (Unzinatus-Epilepsie).
In der Autopsie zeigte sich ein undifferenziertes
Bronchial-Karzinom vom “oat-cell”-Typ.
Sowohl im Gehirn als auch im Darm-assoziierten
nervalen Gewebe sah man ein starkes entzündliches
mononukleäres Infiltrat, interstitiell und
perivasculär mit Anzeichen einer Gliose,
Neuronophagie und neuronalem Zellverlust. Die
Anti-Hu-Antikörper waren positiv.
Die limbische Enzephalitis ist ein entzündlicher
Autoimmung-Prozess aufgrund eines bösartigen
Tumors, häufig in der Lunge (“oat cell”),
Mamma, Seminom, Lymphom, etc.
Klinisch ist diese Enzephalitis charakterisiert
durch einen akuten bis subakuten Verlauf bestehend
aus Veränderungen des Verhaltens und des
Gedächtnis und epileptischen Krisen (teils
komplett oder temporal), die sich wie eine Unzinatus-Epilepsie
mit Halluzinationen und starken vegetativen Veränderungen
darstellen
Autor/en:
Juan I Pérez Calvo
José Luis Morales Rull
Tomás Castiella Muruzábal *
Servicio de Medicina Interna
* Servicio de Anatomía Patológica
Hospital Clínico Universitario “Lozano
Blesa”
Zaragoza-España
Übersetzer: Sandra Dieffenbach
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