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Polyzystische Nierenerkrankung [februar 2006]

INFORMATIONEN

Die polyzystische Nierenerkrankung ist eine viele Organe beeinträchtigende Krankheit und besteht aus der Formation multipler Zysten, vorwiegend in der Niere. Die Zysten entwickeln sich aus den renalen Tubuli und vergrößern sich durch Akkumulation des glomerulären Filtrats oder der sezernierten Flüssigkeiten zunehmend. Die polyzystische Nierenerkrankung ist definiert durch 5 oder mehr Zysten, die in der Nierenrinde und im Nierenmark verteilt sind.

 

Zwei Typen wurden beschrieben: Autosomal dominant und rezessiv. Die autosomal dominante polyzystische Nerenerkrankung kommt bei inkompletter Penetranz mit einer Inzidenz von 1 auf 400-1000 Geburten vor.   Drei Gene werden in Zusammenhang mit der Pathogenese gebracht: PKD 1 (Chromosome 16), die häufigste, PKD2 (Chromosome 4) und PKD3, dessen Lokalisation noch unbekannt ist. Die autosomal rezessive polyzystische Nierenerkrankung ist eine seltene Erkrankung (1:20 000 Geburten). Der genetische Defekt wurde auf dem kurzen Arm von Chromosome 6 gefunden. Es ist eine floridere Krankheit mit geringerer Lebenserwartung und assoziiert mit Leberveränderungen wie Zysten, Fibrose und portaler Hypertension.

Die renalen Manifestationen bestehen aus: Arterieller Hypertonie (proportional zur Anzahl an Zysten), die durch die Stimulation des Renin/Angiotensin-Systems entsteht, Flankenschmerzen, Hämaturie, nicht-nephrotische Proteinurie (<200mg/dl), Harnwegsinfekte und Nierensteine. Der wichtigste prognostische Faktor für die Entwicklung eines Nierenversagens ist die arterielle Hypertonie. Eine terminale Niereninsuffizienz besteht in 50% der Fälle.

Extrarenale Manifestationen: Leberzysten, die die Leberfunktion zwar nur selten beeinflussen, aber zu Superinfektionen führen können; Zysten in den Ovarien, im Pankreas und in der Milz ohne klinische Auswirkungen. Es kann auch mit zerebralen Aneurysmen einhergehen, die, wenn sie rupturieren, die schwierigste Komplikation darstellen. Häufig sind ebenfalls Veränderungen im Gastrointestinaltrakt, z.B. Kolondivertikel und Hernien.

Eine präzise Diagnose kann durch bildgebende Diagnostik (abdominaler Ultraschall oder CT) mit gleichzeitig positiver genetischer Familienanamnese für diese Erkrankung gestellt werden. Der diagnostische Test mit der höchsten Sicherheit ist die genetische Untersuchung.

Es gibt keine definitive Therapie und die Behandlung der Patienten basiert auf der Prävention und Therapie der Komplikationen.

Dieses Bild zeigt bilateral massive polyzystische Nieren mit intrazystischer Hämorrhagie.

 

Autoren:

Laura Salanova Villanueva, Marta Sánchez Marteles
Servicios de Nefrología y Medicina Interna

Hospital Clínico Universitario "Lozano Blesa"
Zaragoza

Übersetzung: Sandra Diefenbach

 

 

 

 
 
Ultima actualización 23 mayo 2006